Chronologie

des

Bürger Schützen Verein 1856 Walsum e.V.

Die Geschichte der Schützenvereine und Bruderschaften beinhaltet oftmals auch  die Geschichte der Gemeinde, des dazu gehörenden Kirchspiels und auch vieler, heute noch in Walsum ansässiger Familien. Bodenständigkeit der Menschen und Tradition waren eine der Gründe, dass der BSV ein solches Jubiläum erreichen konnte. Schützenvereine  sind, vergleicht man die Daten der  Vereinsgründungen, die ältesten Zusammenschlüsse von Personengruppen. Sie reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Aufschlüsse über Vereinsgründungen geben oftmals die Kirchen, denn die Geistlichen waren schreibkundig  und konnten somit Geschehnisse dokumentieren, so dass ihre Aufzeichnungen  Grundlagen der Überlieferungen wurden.

Walsum wird erstmals 1281 in einem besonderen Rahmen erwähnt. Die Gräfin Mechtild von Holten gründete in diesem Jahre die Johanniter Commende. Diese Commende entwickelte sich enorm, so dass 200 Jahre später, 1487, wie überliefert, die Kirchmeister, Gildeschöffen und Gildemeister zur Unterstützung der Commende

 

Die Schützengilde und einen Altar zur Ehre Gottes und der lieben Frau

gründeten.

 

Hier wird erstmals von Schützen gesprochen, wenn auch in anderer Form als wir es gewohnt sind. Während in der heutigen Zeit das gesellschaftliche und sportliche Leben im Vordergrund steht, bestand damals die Hauptaufgabe der Schützengilden oder auch Schützenvereine darin, Hilfeleistungen bei Brand und Hochwassergefahr zu leisten und verschämte Arme zu unterstützen. Der soziale Aspekt stand immer im Vordergrund.

Aber das Leben bestand auch damals  nicht nur aus Arbeit. Man hatte auch schon Zeit für Freude und zum Feiern.

So wird berichtet, dass jedes Jahr am ersten Sonntag im Monat Juli, nach Peter und Paul, in Walsum eine Kirmes stattfand. Diese attraktive Kirmes hat sich bis heute erhalten,  ist allerdings im Laufe der Zeit kleiner und bescheidener geworden. Geschickt haben unsere Vorfahren diese Kirmes genutzt und legten zum Beispiel das Preisschießen bzw. Schützenfest mit entsprechendem Ball, auf das gleiche Wochenende. So war für beides, Kirmes und Schützenfest, der Erfolg gesichert.

Zurück blickend, wie von der St. Dionysius Kirche überliefert,  muss  wohl schon  um 1698   eine Art  Schützenfest gefeiert worden sein,  denn wie aus den kirchlichen Aufzeichnungen zu entnehmen ist, besaß das Kirchspiel  St. Dionysius in Walsum damals eine Schützenkette mit einem daran hängendem silbernen Vogel. Diese Kette wurde, wann genau ist nicht bekannt, aus  der Sakristei  der Kirche gestohlen und war lange Zeit verschwunden. Nach Jahren ist die Kette wieder da. Wo sie war bzw. wer sie aufbewahrt und zurückgegeben hat, ist nicht überliefert. Bekannt ist dagegen, dass die Kette eingeschmolzen wurde und aus dem gewonnenen Silber ist dann eine Monstranz und ein Kreuz angefertigt worden. Auf dem Sockel der Monstranz sind die Worte  Walsum Dörp eingraviert. Näheres ist leider nicht bekannt. Beide Devotionalien  verblieben zunächst in der St. Dionysius Kirche und kamen später, sehr wahrscheinlich bei der Kirchenteilung St.Dionysius / St. Josef, zur Kirchengemeinde St. Joseph nach  Walsum Aldenrade. Dort sind beide Teile heute noch vorhanden und so hoffen wir, finden auch bei Gottesdiensten weiter Verwendung.

Der nächste Hinweis über ein Schützenfest in Walsum erfolgte im Jahre 1819 und 1821. Hier wird von einem Schützenfest für Junggesellen und Jungetöchter in Overbruch berichtet.  Es handelt sich um so genannte Briefe,  wie sie der wahrscheinliche Verfasser, Adjutant Feldmann, bezeichnete.  Die Briefe begannen mit dem Aufruf:

 

Vivat Junggesellen  und Jungetöchter in Overbruch

In diesen Briefen werden Verhaltensregeln beschrieben, die sowohl von den Schützen als auch von den Damen  zu beachten waren. Es sind aber weder Namen von Schützenbrüdern noch Ort der Schützenbahn vermerkt,  auch nicht die Lokalität, in der gefeiert wurde.

Der damalige Adjutant Feldmann  wollte wohl niemanden diskreditieren.

Dann, 1856, wird erstmals über ein größeres Walsumer Schützenfest  berichtet.

In der Rhein Ruhr Zeitung  vom 29. Juni 1856 veröffentlichte der Vorstand des Schützenvereins ein Inserat und wirbt für das bevorstehende größere Schützenfest. Angekündigt wurden 3 Festtage.  4 Tage später, am 03. Juli 1856 berichtigte der Vorstand die Ankündigung vom 29. Juli und weist darauf hin, dass nur an zwei Tagen Schützenfest gefeiert wird. Warum der Sinneswandel nur 2 Tage zu feiern, war nicht angegeben.

Ebenso weist der Gastwirt Franz Langhoff auf ein erstes größeres Schützenfest gleichen Datums hin. In einem Brief an den Schützenverein vom 10. April 1912 beschwert sich Franz Langhoff darüber, dass er bei Vergabe der Restauration  nicht zum Zuge kam, sondern der Gastwirt Claus vom Römerhof. Es ärgerte ihn besonders, dass das  Schützenfest deshalb, nach seiner Sicht,  außerhalb des Dorfes, bei Claus, am Bahnhof Walsum, gefeiert werden musste. Wörtlich schreibt Franz Langhoff:

Ich muss bemerken, das dieses das erste mal seit dem Jahre 1856, wo das erste Schützenfest im größeren Stil gefeiert worden ist, wo das Festzelt am Rhein gestanden, nämlich an der Fährstr., auf dem Grundstück, wo das Fährhäuschen steht und wo unser Vater die Restauration hatte. Von der Zeit sind sämtliche Schützenfeste hier im Dorf gefeiert worden und die meisten hier bei uns. (Walsumer Hof)

Das war der zweite Hinweis, dass bereits 1856 in Walsum Dorf ein größeres Schützenfest gefeiert wurde. Und das, wie aus den Daten zu ersehen ist, während der Walsumer Kirmes.

Die Idee Schützenfest und Kirmes zusammen zu feiern hat sich bis heute erhalten und ist inzwischen untrennbar geworden.

Aufgrund dieser Hinweise betrachten wir das Jahr 1856 als  die Geburtsstunde unseres

 

Bürger Schützen Verein 1856 Walsum e.V.

 

Leider ist das Protokollbuch aus dieser Zeit nicht mehr vorhanden so dass es keine Hinweise auf das Vereinsleben gibt. Ein Vorstandsmitglied soll, so die Überlieferung, das Buch, aus welchem Grunde auch immer, vernichtet haben.

So fehlen uns wichtige Dokumente, die das Vereinsleben bis 1877 beschreiben könnten. Ab diesem Zeitpunkt haben wir wieder Aufzeichnungen und können die Tätigkeiten unserer Vorfahren verfolgen.

So wurden am 15. Juli 1877 die Mitglieder, wie  protokolliert, zu einer General-Versammlung zusammengerufen um einen neuen  Schützenverein  zu gründen.

Die Versammlung ist unter dem Vorsitz des Obersten Bernhard Kempken zu Overbruch, abgehalten worden.  Bis zu diesem Zeitpunkt gab es offensichtlich keinen Präsidenten. Der Oberst leitete den Verein. In dieser Versammlung wurde dann als erstes ein Präsident mit einem neuen Vorstand gewählt.

Das Protokoll dieser Sitzung hatte folgenden Wortlaut:

 

Anwesend

Unterm Vorsitz des bisherigen Obersten nachstehende Mitglieder:

(s.Mitgliederliste)

Folgender Vorstand wurde gewählt:

Zum Präsidenten:
Kempken  Bernhard zu  Overbruch

 

Zu Vorstandsmitgliedern:
Nünninghoff  Johann,
Claus  Jacob,
Breymann Heinrich,
Boingard Heinrich
Scholten Arnold,
Krinn Gerhard,
Hehselmann Heinrich,
Bienen Heinrich
Bernthsen  Bernhard.

 

Zum  Kassenrendanten:
Peter Bongartz zu Aldenrade

 

Zum Schriftführer:
Dietrich Möllmann

 

Die Sitzung endete mit dem Vermerk:

Hierauf  wurde die Sitzung geschlossen und es wurde dieses Protokoll von sämtlichen Anwesenden unterschrieben.

 

Die nächste Vorstandssitzung ist bereits am 10. Februar 1878 unter dem neuen Präsidenten Bernhard Kempken einberufen worden.  Anwesend waren folgende Vorstandsmitglieder:

Hehselmann Heinrich, Möllmann Dietrich, Opgen Rhein H, Bienen H., Bienen A., Berntshen Bernhard, Nünninghoff Johann, Bongartz Peter, Breymann Heinrich, Boingard Heinrich, Krinn Gerhard.

In dieser Sitzung ist festgelegt worden, dass der Verein sich eine Satzung geben musste. Diese sollte gedruckt werden und jedes Vorstandsmitglied solle ein Exemplar erhalten. Des Weiteren ist beschlossen worden, dass 4 Musiker vom 57. Infanterie-Regiment für das bevorstehende Schützenfest angenommen werden sollten zum Preise von 80.00 Mark, nebst freier Fahrt und Logis. Außer dem wurde der Zutritt ins Schützenzelt mit 75 Pfg. für Tänzer und 25 Pfg für Nichttänzer festgestellt. Damen hatten freien Entree. Wie unsere Vorfahren es auch immer gehändelt haben mögen, später, beim Ball Tänzer und Nichttänzer zu unterscheiden oder getrennt zu halten, wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Aber sie hatten damals einen Balldirektor und der, so nehmen wir an, hatte den notwendigen Überblick. Interessant wäre zu wissen, welche Aufgaben so ein Balldirektor hatte.

In einer weiteren am 5. May 1878 einberufenen die Generalversammlung wurde  beschlossen, an den drei Kirmestagen ein Schützenfest abzuhalten. Es wurde nur über diesen Tagesordnungspunkt abgestimmt.

 

Anwesend waren:

Präsident:  B. Kempken,

Stellvertreter:  Heinrich Opgen Rhein

Schriftführer:  Möllmann
Weitere Vorstandsmitglieder:
H. Opgen Rhein,
P. Bongartz,
H. Bienen,
A. Bienen
 
Bei der nächsten Sitzung, am 19. May 1878, sind dann die Chargierten für das bevorstehe Fest gewählt worden mit folgendem
Ergebnis:

Zum Oberst:  Johann Deckers,

Adjutanten:

Heinrich Bienen,

Philip Kempken,

Wilhelm Büning,

Zugführer:

Arnold Mühleneisen,

Bernh. Bergsen,

Joh. Hangert und Gerhard Krinn

Fahnenoffiziere:

Wilh. Heiermann und Heinrich Gorres

Fahnenträger:

Bernhard Schäfer und Joh. Heisterkamp

 

Der Vorstand machte sich u. a. auch darüber Gedanken was mit einem eventuellen Gewinn vom Schützenfest geschehen soll. So wurde festgelegt, dass, (so wörtlich) wenn die Rechnung des diesjährigen Schützenfestes gelegt ist,  das Geld, das sich dann noch in der Casse befindet, als Fand in der Sparkasse zu hinterlegen ist.

Die Vorstandsmitglieder gingen auch schon mal  gegen säumige Beitragszahler oder gegen Schützenbrüder, die bei Versammlungen fehlten, rigoros vor. Wer unentschuldigt bei einer Versammlung fehlte hat beim ersten Male 10 Pfg., beim 2. male 20 Pfg und beim 3. Male 50 Pfg. Strafe  zum Wohle der Kasse zu zahlen.

Interessant ist die Vorstandssitzung vom 3. November 1878. Hier beschließt der Vorstand, dass bei der Generalversammlung am 5. Januar 1879  an jedem Schützen ein Ohm Bier verteilt werden soll.  Uns ist leider nicht bekannt, welche Maßeinheit ein Ohm bedeutet. Daher kennen wir die Wertigkeit dieses Versprechens nicht. Jedenfalls ist bei der Versammlung am 5. Januar 1879 ist kein Wort mehr über das gespendete Freibier gesprochen worden und  es ist offensichtlich auch nicht  ausgeschenkt worden.

Aber es gab damals wohl auch schon, wie in jeder Gesellschaft, Querelen innerhalb des Vereins. So fanden am 17. Mai 1880 Chargierten-Wahlen für das bevorstehende Preisschießen statt. Der zum Königsadjutanten gewählte Heinrich Caspers wollte die Wahl plötzlich nicht mehr annehmen.

Er wollte viel mehr Fahnenoffizier werden. Zum Fahnenoffizier war aber bereits D. Möllmann gewählt. Der Vorstand setzte kurz entschlossen Neuwahlen beider Positionen an. Die Wahl ergab dann, dass  Heinrich Caspers Fahnenoffizier wurde und der als Fahnenoffizier gewählte D. Möllmann übernahm dann  den Adjutantenposten. Beide hatten, wie es scheint, ihre Aufgaben getauscht. Schade das keine Hinweise darüber vorhanden sind warum die Sinneswandlung bei H. Caspers zum Aufgabentausch führte. Aber wie zu sehen, gab es Interessenkonflikte schon vor 150 Jahren. Und die konnten  scheinbar harmonisch  gelöst werden.

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt wäre die unter Position  7 dieser Sitzung vorgenommene Wahl des Heinrich Güllekes zum Bataillonstambour. Hier wird berichtet, dass der Schützenverein ein eigenes Tambourcorps hatte.  Leider ist nichts Weiteres über dieses Tambourcorps berichtet worden,  auch nicht, wie lange es bestanden hat. Auch existieren keine Aufzeichnungen über dieses Corps.

Aufgefallen ist aber  immer wieder, dass bei  Chargiertenwahlen  stets 4 Zugführer gewählt wurden. Es gibt keine Hinweise darüber warum es 4 Zugführer sein mussten.

Bernhard Kempken, seit dem 10. Februar 1878 Präsident des Schützenvereines ist in der Sitzung vom 21. Mai 1882 als Präsident ausgeschieden und  Theodor Bienen ist mit großer Majorität zum Nachfolger  gewählt worden. Warum B. Kempken ausgeschieden ist, ist nicht vermerkt. Fest zu halten wäre das B.Kempken zwischen 2 Schützenfeste ausgeschieden ist, denn Schützenfeste wurden damals alle 6 Jahre gefeiert bis 1877. Dann bis 1892 alle 4 Jahre und danach alle 2 Jahre.

Der BSV pflegte bereits im frühen Stadium seines Bestehens gute nachbarschaftliche Beziehungen. So war es keine Frage, einer Einladung des BSV Dinslaken zum Schützenfest nach Dinslaken  zu folgen und mit einer  Compagnie sowie Fahne und Tambourcorps nach Dinslaken zu reisen. Hierfür wurde extra Wilhelm Büning zum Hauptmann gewählt, der die Compagnie nach Dinslaken führen sollte.

Hilfsbereitschaft und Solidarität  gegenüber den Mitgliedern waren für unsere Vorfahren damals schon keine Fremdworte. So wurde am  11. März 1883 beschlossen, dass beim Ableben eines Vereinsmitgliedes den Angehörigen  ein Zuschuss von 20,00 Mark zu zahlen ist. Eine kleine solidarische  Hilfsaktion schon vor ca. 120 Jahren.

In der Sitzung vom 21. April 1883  erhielt der Präsident Th. Bienen den Auftrag,  anlässlich der Walsumer Kirmes ein Preisschießen durchzuführen und dafür Preismedaillen bei Schmitz in Dinslaken zu beschaffen. Jeder Schütze, der an dem Schießen teilnehmen wollte, hatte 1,- Mark Startgeld zu zahlen. Außerdem musste jeder Schütze mit einer Mütze und einem Schützenabzeichnen erscheinen. Für den Ball wurde ein Tanzgeld erhoben. Dazu der Hinweis:

Sollte das Tanzgeld nicht hinreichen die Musik zu bezahlen, bezahlt der Vereinswirt Franz Langhoff die Hälfte der Kosten.

Schützenfest zu feiern war damals wohl eine anstrengende Angelegenheit. So ist hinterlegt, dass an Schützenfesttagen unsere Vorfahren  schon sehr früh auf  den Beinen sein mussten. So hieß es, antreten der Schützen  zum Abholen der Fahne,  6 ½  Uhr. Hier erhebt sich die Frage, was haben die Schützen damals den ganzen Tag gemacht. Schade, dass nicht überliefert ist, wie lange solch ein Preisschießen gedauert hat und wo  sich die Schützen aufgehalten haben. Jedenfalls mussten die Teilnehmer enormes Stehvermögen haben um abends auch noch den Festball durchzustehen.

Mitgliederwerbung betrieben unsere Vorfahren auch, dass aber in einer etwas eigenwilligen Form. So heißt es in der Vorstandssitzung vom 9. Mai 1885:

Alle aufnahmefähigen Mitglieder, welche schon längere Zeit in der Gemeinde Walsum wohnen und dem Schützenvereine noch nicht beigetreten sind, einen Eintrittspreis von 2 Mark für den Festball abzunehmen. In der Tat, das war für die damalige Zeit ein deftiger Preis für den Eintritt ins Festzelt. Ob  über diesen Weg allerdings Mitglieder   geworben werden konnten, halten wir  doch für sehr fraglich. Vermerkt worden ist allerdings nichts.

Der Verein versuchte schon  zur damaligen Zeit die Kosten für das Königspaar zu mildern. So haben die Vorstandsmitglieder beschlossen, dem König einen Zuschuß von 90 Mark zu gewähren, den er mit seiner Throngesellschaft verzehren sollte. Unter dieser Prämisse gab es wohl immer ausreichende Kandidaten für den Königsschuss.

Streng ging der Verein auch mit seinen säumigen Beitragszahlern um. So wurde in der Sitzung vom 29.06.1889 festgelegt, dass alle diejenigen, die Strafgelder oder Beiträge nicht gezahlt hatten, der Zutritt zum Festzelt zu untersagen ist. Strafe ( 50 Pfg) hatte auch der jenige Schütze zu zahlen, der an einem der Festzüge nicht teilgenommen hat. Das waren ziemlich raue Umgangsformen mit den Mitgliedern. Aber offensichtlich erfolgreich.

Die Sitzung vom 30.August 1890  beinhaltet nur einen Vorgang. Es ging um den Tambourmajor Güllekes. Der ist auf dem Wege zum Dinslakener Schützenfest verunglückt und zu schaden gekommen. Als Entschädigung hat ihm der Vorstand einen Betrag von 20 Mark  zugebilligt und gezahlt. Leider sind keine weiteren Angaben vorhanden, warum er zu Schaden gekommen, oder welches Unglück ihm widerfahren ist.

Dieses Protokollbuch endet mit der Vorstandssitzung am 17. Januar 1892.

Wörtlich heißt es:

Verhandelt

Walsum, den 17. Januar 1892

In der heutigen Versammlung wurde nachstehendes beschlossen:

Auf der Tagesordnung stand:

Wahl eines Rendanten :

Wahl eines Schriftführers :

Es wurde zum Rendanten wieder gewählt  Arnold Opgen Rhein

              Und zum Schriftführer : H. Borgmann I

 

Darauf Ergänzungswahlen des Vorstandes:

Der Verein ist vom Regierungspräsidenten  aufgefordert worden die Statuten vom 10. Juli 1877 zu überarbeiten und zur Genehmigung vorzulegen.

Die Revidierten Statuten sind vom Ober-Präsidenten der Rheinprovinz am 16. Juli 1893 genehmigt und dem Verein zur Einführung zugesandt worden.

Zu Vorstandsmitgliedern wurde gewählt:

Th. Bienen I,

Bernhard Brucks, und Johann Bremmekamp

 

Die Kasse wurde vom Vorstande revidiert und mit 132,90 Mark für richtig gefunden.

Weiter war nichts zu verhandeln und die Sitzung geschlossen.

So endet unser erstes Protokollbuch mit Berichten über 15 Jahre Vereinsleben. Hier wird aufgezeigt mit wie viel Elan unsere Vorfahren den Verein geführt und alles getan haben, ihm der Nachwelt zu erhalten. Leider fehlen uns ab diesem Zeitpunkt Aufzeichnungen bis zum 7. Januar 1930.  Schade, das es deshalb nicht nach vollziehbar ist, wie der Verein den ersten Weltkrieg 1914 / 18 und die anschließenden, wirren politischen Zeiten wie die Weltwirtschaftskrise, Börsenkrach in New York, Inflation und Arbeitslosigkeit überstanden hat. In dieser schwierigen Zeit einen Schützenverein zu führen und zu erhalten betrachten wir als große Leistung der damaligen Vorstandsmitglieder.

Die erste Niederschrift über eine Vorstandssitzung bzw. einer Versammlung datiert erst wieder vom 07. Januar 1930. In dieser Sitzung wurde die Tagesordnung für die am 12. Januar 1930 einberufenen Generalversammlung unter dem  Präsidenten Georg Zumkley  festgelegt. Der Schriftführer hob hervor, dass der Verein inzwischen 113 Mitglieder zählt. Ferner, dass in diesem Jahr ein erfolgreiches Schützenfest gefeiert wurde sowie 4 Scheiben- und 2 Vogelschießen stattfanden.  Und, dass auf den Vogel beim Schützenfest 676 Schuss abgegeben wurden. Zweiter wichtiger Punkt war, der Verein musste sich eine neue Satzung geben. Den vom Vorstand vorgelegten Entwurf  stimmte die Versammlung zu und beschloss die Einführung dieser Satzung einstimmig. Die Sitzung endete mit den Worten:

Die in allen Teilen äußerst anregend verlaufene Versammlung, welche von der Einmütigkeit der Mitglieder ein gutes Zeugnis ablegte, konnte um 9 Uhr vom Präsidenten geschlossen werden.

Das war das letzte Protokoll bis 1931. Wieder hat ein Vorstandsmitglied, unbekannter maßen, die Protokolle zwischen 1893 und Januar 1931 vernichtet. Uns fehlen für diese 38 Jahre jedwede Aufzeichnungen bzw. Kenntnisse über das Vereinsleben.

 

In der Generalversammlung vom 18. Januar 1931

ließ der Schriftführer Hermann Bienen das Jahr 1930 nochmals Revue passieren. Wichtigster Punkt war, zu beschließen,  dass turnusmäßig stattfindende Schützenfest während der Walsumer Kirmes abzuhalten. Zu einer Befürwortung konnte sich die Versammlung jedoch nicht entschließen, sondern vertagte wegen der unsicheren Zeiten  den Beschluss bis zur nächsten Generalversammlung. Auch für ein Fest auf dem Scheibenstand konnte keine Mehrheit gefunden werden. Die schlechte, wirtschaftliche Lage des Landes, wirkte sich selbst in unserem kleinen Schützenverein aus und bewirkte den Verzicht auf kleine Feierlichkeiten. Da ist die Klage des Balldirektors Theodor Püsken,  das unselige Abklatschen während des Festballes zu unterlassen, von kleinerer Bedeutung. Aber wer kennt heute noch das Abklatschen während des Tanzes. An sich eine harmlose Art sich die entsprechende Tanzpartnerin zu suchen. Aber so harmlos muss es wohl nicht gewesen sein, wenn der Balldirektor den Verzicht auf diese Art der Tanzpartnerwahl anmahnt. Also hat der Balldirektor wohl einige unfreundliche Erlebnisse hinnehmen müssen.

Auch im Jahre 1931 änderte sich die wirtschaftliche Lage nicht, so dass sich die Versammlung entschloss, auch in diesem Jahre nur eingeschränkte Feierlichkeiten durchzuführen. Der Aderlass der Mitglieder war enorm, denn ende 1931 hatte der Verein noch ganze 89 Mitglieder. Mit folgenden pathetischen Worten versuchte der Vorstand die Mitglieder im Verein zu halten:

„Möge uns die Not der Zeit wiederum Ansporn sein, fester zusammen zu stehen, in Eintracht und Bürgersinn zum Wohle des Vereines und aus Liebe zum Deutschen Vaterland, um  den Zweck und die Ideale unseres Bürger Schützen Vereines im Jahre 1932 zu vervollkommnen.“

Auch 1932 beklagen unsere Vorfahren weiter die schlechte wirtschaftliche Lage. Erneut hat sich der Mitgliederstand bis auf 81 reduziert.

Das Geschäftsjahr 1933 bezeichnete der damalige Vorstand trotz aller Einschränkungen und Opfern als befriedigend. Wörtlich schreibt er: Mit den Ereignissen des  30. Januar 1933 erwachten auch  in unserem Schützenverein wieder die   Gemüter und es konnte in diesem Jahre ein echtes Schützenfest gefeiert werden.

Rückblickend, so stellte der Vorstand fest, möge der Wiederaufstieg unseres Vaterlandes ein Antrieb sein, fest zusammen zu stehen um den Zweck und die Ideale des Schützen Vereins zu vervollkommnen. Es wird noch vermerkt, dass Schützenbrüder an Aufmärschen der nationalen Verbände teilgenommen haben mit der Einschränkung: so weit es eben möglich war. Es gab aber auch Schützenbrüder, die den Versammlungen fern blieben um   der angestrebten Gleichschaltung der Vereine zu entgehen. Die früheren Präsidenten mit ihren Vorständen wurden ab diesem Zeitpunkt  Vereinsführer.

Die Jahre 1934/35 verliefen ohne Höhepunkte. Die schlechte wirtschaftliche Lage wirkte sich weiter negativ aus. Hinzu kam, dass die Gewerkschaft Walsum  durch Grundstückskäufe auch den Schießstand des BSV aufgekauft hatte und seinerseits nicht in der Lage war, ein Ersatzgrundstück anzubieten. So mussten  Übungsschießen auf der Anlage der Bürger Schützen Gesellschaft in Aldenrade durchgeführt werden. Probleme gab es auch mit dem Vereinswirt. So war in der Versammlung vom 30.08.1936 die Lokalfrage ein Tagesordnungspunkt. Ein Wechsel zu Theo Gormann  als neuer Vereinswirt wurde beschlossen.

Erneut beklagten die Vereinsführer die schlechte Beteiligung der Schützen an Versammlungen und Veranstaltungen des BSV.

In der Generalversammlung vom 24.02.1937 war wieder das diesjährige Schützenfest der Haupttagesordnungspunkt. Wichtig war, dass die Gewerkschaft Walsum einen provisorischen Hochstand zur Verfügung stellte, so dass das Vogelschießen an einem eigenen Hochstand  durchgeführt werden konnte. Gefeiert wurde dagegen wieder bei Franz Michels im „Römerhof“. In dieser  Versammlung wurden die Schützen eindringlich gebeten sich restlos zu beteiligen um  ein geschlossenes Bild der Kameradschaft und des Schützengedankens zu bieten. Pathetische Worte schon am Anfang des Jahres.

Ein weiterer Höhepunkt war die Einweihung des Walsumer Stadions an der Römerstr. Aus diesem Anlass wurden 4 Schützenbrüder bestimmt, die am ausgeschriebenen Wettschießen den BSV vertraten. Das Schützenfest wurde am 06.und 07. Juli 1937 am Römerhof gefeiert.

In der nächsten General-Versammlung am 13.02.1938 legte der langjährige Präsident des BSV, Theodor Zumkley, sein Amt nieder. Er empfahl der Versammlung jüngere Leute in den Vorstand zu wählen und schlug Heinrich Dickmann zu seinem Nachfolger vor. Heinrich Dickmann wurde auch gewählt gegen die Stimmen seiner Brüder Hermann und Gerhard Dickmann.

Als Stellvertreter ist gewählt worden:  Heinrich Scheepers

Schießwart: Fritz Kullmann

Schriftführer: Theodor Gormann

Stellvertreter: Johannes Bienen

Kassierer: Eduard  Meier

Erstmals in der Geschichte des BSV wird in der Versammlung vom 08.05.1938  um jugendlichen Nachwuchs geworben. Es solle versucht werden, so der Vorstand, einen guten und starken Nachwuchs heranzubilden.

Schon in der Sitzung am 14.08.1938  konnten die ersten die Jungschützen aufgenommen werden.

Aufgenommen wurden:

Willi Maas, Wilhelm Tebart, Paul Rhiem, Johannes Hülsewis, Hubert Ensink, Josef Kühn, Hubert Kühn, Georg Krinn, Fritz Gessmann und Wilhelm Gormann.

Willi Maas wurde als Jungschützenführer, so hieß das damals, eingesetzt.

In der folgenden Generalversammlung am 29.01.1939 nahm das in diesem Jahre stattfindende Schützenfest einen breiten Raum ein. Nach langen und beharrlich geführten Verhandlungen mit der Gewerkschaft Walsum hat sich die Gewerkschaft bereit erklärt, auf dem Grundstück des Gastwirtes Johann Langhoff, einen Hochstand bauen zu lassen. So konnte nach langer Zeit wieder auf einen eigenen Schießstand geschossen werden. Lobend wurde u.a. erwähnt, dass sich mehrere Schützenbrüder aufopfernd bei den Vorarbeiten zum Bau des Hochstandes zur Verfügung gestellt hatten.

Dieses Schützenfest muss wohl ein rauschendes Fest gewesen sein, denn, so schreibt der Schriftführer Ferdi Hoevelmann, noch viele Stunden blieben die Schützen mit der Bürgerschaft in frohem Beisammensein. Die Ehrengäste, Bürgermeister Lütgens und Kreisschützenführer Schaaf, hoben lobend die Diszipliniertheit und die einheitliche Kleidung der Schützen sowie das Auftreten beim Festzug hervor.

Am 15. Mai gegen 13,00 Uhr fiel dann unter dem Jubel der Schützenbrüder der Königsschuss. Hermann Bienen holte mit dem besten Schuss den Rest des Vogels von der Stange.

Zu seiner Königin erwählte er sich Frau Maria Agnes Stieffenhofer. Und zu seinen Ministerpaaren:

Leo Gormann : Frau Heinrich Pannenbecker

Johann Vowinkel : Frau Karl Brune

Theo Henneken : Frau Leo Gormann

Ferdi Hoevelmann : Frau Johannes Maas

Dass sich schwierige Zeiten anbahnten, wurde eigenartigerweise nicht beschrieben. Denn in der Sitzung vom 22.10.1939  ist lediglich vermerkt, dass nur wenige Schützen an der Versammlung teilnahmen.  Das sich schicksalsschwere Zeiten anbahnten, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu erkennen.

Lediglich in der Generalversammlung vom 28.01.1940 wird darauf hingewiesen dass nicht alle Schützen der Einladung zur Versammlung folgen konnten sondern unter Waffen stehen und die Freiheit unseres Vaterlandes verteidigen helfen. Des Weiteren führte der Präsident aus: dass durch die  gegebenen Zeitverhältnisse kein normales Vereinsleben möglich ist und bat die Mitglieder, weiter treu zum Verein zu stehen. Im Jahresbericht 1940 wird erstmals auf den ausgebrochenen Krieg hingewiesen.

Der Jahresbericht 1940 endet mit den Worten:

Ein Jahr großer Ereignisse liegt hinter uns. Noch ist Krieg und wir wissen nicht, was uns das kommende Jahr bringen wird. Alle aber sind wir bester Zuversicht und glauben fest an Großdeutschland. Mit diesem Glauben treten wir nun ein in das neue Jahr 1941.

Damit endet zunächst die Tätigkeit des BSV.

 

Aber bereits  1950, 5 Jahre nach Beendigung des 2. Weltkrieges und 10 Jahre nach der letzten Versammlung trafen sich die Schützenbrüder Heinrich Dickmann, Hermann Brücker, Johann Mackes, Johannes Bienen, Fritz Kullmann und Theo Gormann um über einen Neubeginn des Schützenvereines zu beraten. Sie wollten ihn eventuell wieder aufleben  lassen. Die 6 waren sich dessen bewusst, dass 5 Jahre nach Kriegsende die Akzeptanz für den Schießsport gering sein würde. Deshalb entschlossen sie sich,  den Schützenverein zunächst nur wieder anzumelden. Erreichbare Mitglieder sollten später zu einer besonderen Sitzung eingeladen werden, um in einem größeren Rahmen den Neubeginn zu debattieren. Am 16. 07.1950 trafen sich dann 20 ehemalige Mitglieder um über diesen, eventuellen Neuanfang, zu beraten. Sie entschlossen sich, die geplante Anmeldung vorzunehmen. Ein neuer  Vorstand sollte diese Maßnahme durchführen.

Folgende Schützenbrüder wurden hierzu gewählt:

Präsident: Heinrich Dickmann

1.     Schriftführer Theodor Stieffenhofer

2.     Schriftführer: Heinrich Pannenbecker

1.     Kassierer: Theodor Gormann

2.     Kassierer: Heinrich Schepers

Beisitzer: Johannes Bienen und Johann Mackes.

Hiermit endete zunächst  jede weitere Tätigkeit. Sechs Jahre später, am 7. September 1956 trafen sich die  Vorstandmitglieder wieder um erneut über den Neubeginn des BSV zu beraten. Die anwesenden Mitglieder  fühlten sich der Tradition und dem Brauchtum verpflichtet mit dem Fazit, den Verein zu erhalten und wieder aufleben zu lassen. 

Ein weiterer Grund zur Konstituierung des Vereines war das 100 jährige Bestehen. Der Verein sollte erhalten bleiben. Feierlichkeiten waren aber nicht möglich.

Aber die Arbeit konnte beginnen. Mitglieder wurden geworben und bereits am 20. Januar 1957 konnte  die erste  Generalversammlung einberufen werden. Der Verein zählte inzwischen 38 Mitglieder. Es wurde notwendig, einen neuen Vorstand zu wählen, der den Vorgaben des Vereinsrechts entsprach. Folgende Mitglieder wurden gewählt:

1. Vors. Heinrich Dickmann

2. Vors.  Theo  Gormann

1. Schriftf. Theo Stieffenhofer

2. Schriftf. Alfred Mangelmann

1. Kass.   Wilh. Witkop

2. Kass.  Willi Maas

1. Schießwart: Heinrich Mackes

2. Schießwart  Walter Tebart

Unterkassierer:

Günther Dickmann,

Josef Bienen und Bernhard Remme.

Beisitzer:

Johann Mackes,

Heinrich Scheepers,

Johannes Bienen und Heinrich Pannenbecker.

 

Hiermit hatte der BSV erstmals einen kompletten Vorstand. Leute der ersten Stunde. Erste Aufgabe der Vorstandsmannschaft war, eventuell noch 1957 ein Schützenfest zu organisieren. Es ist lange und ausdauernd über diesen Punkt debattiert worden. Letztendlich entschieden sich die Schützenbrüder pro Schützenfest.  Aber jetzt stellte sich die Frage, wie auftreten. Die anwesenden entschlossen sich, nach Möglichkeit im grünen Rock anzutreten. Also mussten Schützenröcke beschafft werden. Trotz Wiederaufbau und wirtschaftlicher Engpässe wurden Uniformen gekauft.  Der Anfang war geschafft.

Aber zum Verein gehörte auch eine Fahne. Die alte Fahne ist in den Wirren des Krieges und der Nachkriegszeit abhanden gekommen, so dass eine neue beschafft werden musste.  Theo Gormann ist  von der Versammlung beauftragt worden, sich diesem Problem anzunehmen. Er sollte entsprechende Vorschläge ausarbeiten und Angebote zur Beschaffung einer Fahne einholen. Nebenher hat er die entsprechenden Mittel zum Ankauf der Fahne gesammelt.

Um Schützenfest feiern zu können, brauchte der Verein einen geeigneten Festplatz. Es wurden einige Vorschläge unterbreitet, die  nicht zum Erfolg führten. Der Gastwirt Franz Michels, vom Römerhof, half  und stellte einen geeigneten Platz zur Verfügung.

Das Schützenfest konnte gefeiert werden.

Wir sehen, welche Schwierigkeiten zu überwinden waren, um solch ein Fest organisieren zu können. Es konnte nur mit enormen Engagement und Beharrlichkeit gelingen.

Zu einem funktionierenden Verein gehörten auch  engagierte Chargierte. Die Mitglieder wählten hierzu:

Hauptmann: Johann Mackes,

Feldwebel: Josef Lange

Fahnenoffiziere:

Willi Güllekes,

Heinrich Mackes und Bruno Grasmugg.

 

Das Vereinsleben nahm konkrete Forman an. In der Versammlung vom 5, Mai 1957 war verständlicher weise das bevorstehende Schützenfest  der wichtigste Tagesordnungspunkt. Es  konnte bereits die Festfolge, wie nachstehend aufgeführt,  festgelegt werden:

 

Samstag 25.5. 10.00 Uhr Antreten der Schützen im Festzelt mit Fahnenweihe. Theo Gormann hatte es geschafft, eine neue Fahne zu beschaffen,  die am 1. Festtag durch ihn geweiht und zu der er auch  die Festansprache halten sollte. Bürgermeister Stapp wird zum Ehrenschuß eingeladen. Auch soll im Festzelt ein Preisschießen durchgeführt werden. 18.00 Uhr Antreten der Schützen zum Empfang des Thrones. 22.00 Uhr dann Zapfenstreich.

 

Sonntag 26.05.  Um 15.00 Uhr antreten der Schützen im Festzelt und Formierung zum Festzug durch Alt-Walsum. Nach 18 Jahren wieder ein Festzug in Alt-Walsum.

 

Montag 27.05.  16.00 Uhr Treffen der Damen im Festzelt zum Kaffeetrinken mit  Unterhaltungsmusik und Tanz. 18.00 Uhr Antreten der Schützen zum Festball. 22.00 Uhr Zapfenstreich.

 

Das erste Schützenfest nach dem Kriege und nach 18 jähriger Pause konnte beginnen.

Das Königschießen musste, entgegen der Tradition, Samstag durchgeführt werden, weil der bisherige König gefallen war. Auch die Throngesellschaft war nicht mehr komplett. Das Schießen begann um 10.30 Uhr. Fiebernd sahen die Schützenbrüder dem Ringen um die Königswürde zu. Bis es um 13.55 Uhr Gerhard Steinkuhl gelang, den Haupttreffer zu erzielen und somit den Rest des Vogels von der Stange zu holen. Der Vorstand zog sich zur Thronberatung in ein Nebenzimmer des Römerhofes zurück und konnte nach kurzer Zeit folgende Throngesellschaft vorstellen.

Schützenkönig:  Gerhard Steinkuhl;

Königin: Frl. Christel Scheepers

1.Minister: Theodor Kluge mit Frau Änne Petrat

2.Wilhelm Gormann mit Frau Marga Hoevelmann

3.Josef Hoevelmann und Frau Hilde Lora

4.Bruno Grasmugg und Frau Hilde Kluge

 

Um 18.00 Uhr versammelten sich die Schützen dann im Festzelt um der Inthronisation den traditionsgemäßen, würdigen Rahmen zu verleihen. Nochmals gedachte der Präsident des gefallenen  Schützenkönigs Hermann Bienen. Frau Stieffenhofer, als letzte Königin, überreichte Frl. Scheepers die Insignien der Königin und der Präsident die Attribute des Königs. Erste Amtshandlung des Königspaares war die Auszeichnung der erfolgreichen Schützen. Um 22.00 Uhr wurde der Zapfenstreich intoniert.

Danach ist dann allerdings bis in den frühen Morgen gefeiert worden im überfüllten, festlich geschmückten Zelt. In der Niederschrift über das Schützenfest 1957 führte Alfred Mangelmann aus, dass nach 18 Jahren erstmals wieder ein Schützenfest gefeiert werden konnte, das von der Bevölkerung angenommen worden ist und für den BSV ein voller Erfolg war. Als Schlusswort schreibt Alfred Mangelmann:

Wir wollen  glauben, dass uns dieses, überaus kameradschaftlich verlaufene Schützenfest noch heftiger und inniger zur Zusammenarbeit zusammen schweißt. Und wie Recht er mit dieser Prognose hatte, zeigt letztendlich die Endwicklung des BSV.

In der Versammlung vom 13.7.57 ist dann beschlossen worden den Verein im Vereinsregister anzumelden. Theo Bienen, als erster Schriftführer, übernahm diese Aufgabe. Eine seiner wichtigsten ersten Amtshandlungen.

Gesellschaftlich ging es voran, aber sportlich hinkten wir hinterher.  Der BSV hatte keinen eigenen Schießstand, so dass das Training der einzelnen Mannschaften wechselweise bei der Bürger Schützengesellschaft Walsum 1928 und beim BSV Eppinghoven abgehalten werden musste. Auch die jeweiligen Eröffnungs- und Schlussschiessen wurden bei beiden Vereinen durchgeführt. Sportliche Erfolge konnten unter diesen Umständen nicht erzielt werden. Ohne eigenen Schießstand ist es nicht möglich erfolgreich zu sein. Um dieses abzustellen, begann die Suche nach einem geeigneten Grundstück.

 Trotz der erschwerten Trainingsmöglichkeiten konnte die Mannschaft mit den Schützen: Werner Tebart, Alfred Mangelmann, Walter Tebart, Willi Maas, Bernhard Remme, Fritz Mand und Karl Lantermann  auf Kreisebene      recht gut mithalten.

In der Generalversammlung vom 19. Januar 1958 wurde nochmals auf die Ereignisse des vergangenen Jahres zurückgeblickt und hoffnungsfroh in die Zukunft gesehen. So war er es keine Frage,  in diesem Jahre wieder Schützenfest zu feiern. Geplant wurde für den 17. 18. und 19.Mai. Das Vogelschießen sollte wieder  traditionsgemäß am  Montagmorgen stattfinden. so dass, wie in all den vergangenen Jahren zu vor, montags wieder der neue König ausgeschossen werden kann. Hierzu schreibt Theo Bienen:

 

„Hiermit ist  wieder an unsere alte Tradition angeschlossen worden.“

 

Zur Vorstandssitzung vom 9.3.1958 ist  Herr Theodor Scholten  besonders eingeladen worden. Herr Scholten konnte dem BSV ein geeignetes Grundstück zum Bau einer Schießhalle und eines Schießstandes anbieten. In der Sitzung vom 12.4.58, an der auch die Herren Spychala und Scholten teilnahmen, legte Herr Spychala einen Lageplan über das zu vergebene Grundstück vor.

Diese Unterlagen, die den Bau eines Hochstandes sowie einer Schießhalle beinhalteten, sollten dem Bauamt zur Genehmigung vorgelegt werden. In der Vorstandssitzung vom 19.9.1958 war es endlich so weit, der Pachtvertrag mit Theodor Scholten konnte abgeschlossen werden.

Inzwischen hat der BSV infolge Wasserschäden das Vereinshaus verlassen und die Gaststätte „Zum Johanniter“, Inhaber Viktor Opgen Rhein, zum neuen Vereinslokal bestimmt. Im Dezember 1958 konnte dann endlich nach Überwindung einiger Schwierigkeiten, mit den Bauarbeiten zum neuen Schießstand mit Schießhalle, an der Kaiserstr. 96,  begonnen werden.

Ein Bauausschuss wurde gebildet, dem folgende Mitglieder  

angehörten:

Josef Lange, Gerhard Steinkuhl, Heinrich Mackes, Josef Hövelmann, Heinrich Lora, Wilhelm Güllekes, Wilhelm Drotboom,

Bruno Grasmugg und Heinz Bayer.

Bauen und feiern ging nahtlos in einander über. Das Feiern wurde nicht vergessen. So konnte bereits 1958 wieder Schützenfest gefeiert werden.

 Hier war es  Wilhelm Gormann, der  um 12,50 Uhr mit einem gezielten Schuß den Rest des Vogels von der Stange holte und  somit Schützenkönig 1958 wurde. Zu seiner Mitregentin erkor sich W. Gormann Frau Mia Grasmugg.

Bauen und feiern ging nahtlos in einander über. Das Feiern wurde nicht vergessen. So konnte bereits 1958 wieder Schützenfest gefeiert werden.

 Hier war es  Wilhelm Gormann, der  um 12,50 Uhr mit einem gezielten Schuß den Rest des Vogels von der Stange holte und  somit Schützenkönig 1958 wurde. Zu seiner Mitregentin erkor sich W. Gormann Frau Mia Grasmugg.

Als Ministerpaare begleiteten ihn:

Heinrich Pannenbecker mit Frau Wilh. Gormann

Bruno Grasmugg mit  Frau Josef Lange

Gerhard Steinkuhl mit  Frl. Christel Scheepers

Paul Gormann mit  Frl. Agnes Bienen

 

Inzwischen, ans Feiern gewöhnt, war in der Generalversammlung vom 16. Januar 1959 erneut das „Schützenfest 1959“  der Hauptpunkt. Nach sachlich geführter Diskussionen entschied die Versammlung aber, kein Schützenfest zu feiern sondern ein Stiftungsfest. Diese Veranstaltung wurde am 25. und 26. Juli 1959 im Vereinslokal „Zum Johanniter“ durchgeführt. Bei seiner Eröffnungsrede anlässlich des Stiftungsfestes dankte Präsident Heinrich Dickmann den Schützenbrüdern, die sich uneigennützig beim Bau der Schießhalle und Schießbahn zur Verfügung gestellt hatten. In einer Rekordbauzeit von   nur  3 Monaten konnte für die moderne Schießstandanlage bereits Richtfest gefeiert werden. Stolz waren die Verantwortlichen damals über die geleistete Arbeit.

 

 Jetzt hatte der Verein zwar einen Schießstand, aber keine sanitären  Anlagen. So wurde in  der Generalversammlung vom 7.2.1960  dieses Problem besprochen und der Plan gefasst, eine Toilettenanlage zu erstellen. Die Schützenbrüder Georg Faltinski und Walter Tebart sollten entsprechende Vorschläge ausarbeiten.

Breiten Raum nahm die Erörterung des diesjährigen Schützenfestes ein. Bruno Grasmugg sollte mit Bürgermeister Stapp über die Freigabe des Franz Lenze Platzes für drei Schützenfesttage verhandeln. Seine Mission war erfolgreich. Das Schützenfest konnte am Franz Lenze Platz stattfinden.

Geplant wurde für die Zeit vom 21. bis 23. Mai 1960. Das Schützenfest fand  erstmals in Vierlinden auf dem Franz Lenze Platz statt, entgegen aller Tradition, im Dorf Schützenfest und  Kirmes gemeinsam zu feiern. Die Platzverhältnisse boten keine andere Möglichkeit. Keine glückliche Lösung. Aber zurzeit die Beste.

Das Vogelschießen dagegen fand im Dorf auf unserem neuen Schießstand an der Kaiserstr. statt. Um 16,10 Uhr holte der Schützenbruder Willi Maas, den Rest des Vogels von der Stange. Im Wohnzimmer der Familie Scholten fand nach dem Königsschuß die Thronbesprechung statt. Nach kurzer Zeit war die Throngesellschaft komplett. Als Königin erkor sich Willi Maas Frau  Irmgard Opgen Rhein.

Als Ministerpaare begleiteten ihn:

Josef Hövelmann und  Frau Hilde Lora

Heinrich Lora und  Frau Marga Hövelmann

Viktor Opgen Rhein und Frau  Mariechen Maas

Günter Dickmann und Frl. Erika Henneken

Das Schützenfest am Franz Lenze Platz war ein voller Publikumserfolg. Bis 1964 blieb es so. Der Wunsch, wieder in Alt Walsum zu feiern, wurde immer größer. Wir wollten an den Wurzeln des Vereines zurück.  Und tatsächlich gelang es uns, nach Verhandlungen mit der Familie Claus, den Festplatz hinter Claus für Kirmes und Schützenfest künftig nutzen zu dürfen.  Das war für uns  enorm wichtig, denn  nach 26 Jahren kehrten wir an den Ort unseres Entstehens zurück. Für uns ein denkwürdiges Ereignis.

 

Die folgenden Jahre bis 1971 verliefen fast schon Routine mäßig. Schützenfest wurde nun jedes Jahr gefeiert. Die Organisation des Festes orientierte an den Überlieferungen und dem Brauchtum unseres Vereines.

Heinrich Dickmann, Präsident des BSV seit 1938 hatte angekündigt   aus Altersgründen zurückzutreten. Er wollte jüngeren Leuten die Führung des Vereines überlassen. Außerdem war er der Meinung, 33 Jahre Präsident zu sein, auch in turbulenten Zeiten, sei genug. Heinrich Dickmann hat in der schwierigsten Phase der Vereinsgeschichte dem Verein vorgestanden. Obwohl das Vereinsleben infolge des 2. Weltkrieges total zum Erliegen kam, gab er nicht auf. Auch die anschließenden politischen Verhältnisse konnten ihn nicht hindern, den Schützenverein wieder zu aktivieren.

Mit viel Mühe und unter Mithilfe von einsatzfreudigen Männern,  ist es ihm  gelungen, den BSV wieder erstehen zu lassen.  Zum Dank und zur Anerkennung seiner Verdienste zeichnete ihn der Rheinische Schützenbund mit der silbernen Ehrennadel des Rheinischen Schützenbundes aus. Der BSV dankte ihm  mit Verleihung der Ehrenpräsidentschaft.

 In der Generalversammlung vom 10.01.1971 gab Heinrich Dickmann sein Amt ab und Josef Lange wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Auch Josef Lange war ein Mann der ersten Stunde, der in verschiedenen Funktionen im BSV tätig war. Eine gute Wahl wie sich zeigen sollte.

 

Folgender Vorstand stand Josef Lange zur Seite:

Präsident und 1.Vors.  Josef Lange

Vizepräsident und 2.Vors. Hans Georg Faltinski

1. Schriftführer Manfred Marciniak

2. Schriftführer Theo Bienen II

1. Kassierer Willi Maas

2. kassierer Josef Stahlmecke

Oberst Bruno Dickmann

Hauptmann Willi Drotboom sen.

1. Schießwart Walter Tebart

2. Schießwart Walter Deckers

Beisitzer: Alfred Mangelmann, Theo Bienen I,

Jan Scholten und Heinrich Pannenbecker

Auf Josef Lange warteten vielfältige Aufgaben. Die Schützenhalle ist für den inzwischen auf 160 Mitglieder angewachsenen Verein zu klein geworden.   Auch sportlich waren die Trainingsmöglichkeiten eher schwach, so dass eine Erweiterung der Schützenhalle dringend geboten war.

In der Generalversammlung vom 8. Januar 1972 ist dann der Entschluss gefasst worden  das Schützenheim zu erweitern. Ein Ausschuss wurde gebildet der das Projekt, Erweiterung des Schützenheimes, angehen sollte.

Dem Ausschuss  gehörten an:

H.G. Faltinski : Bauplanung, alle Betonarbeiten.

Heinz Schetter : Materialbeschaffung und Montage

Paul Engelke : Klempnerarbeiten,

Friedhelm Klette : Lieferung der gesamten Eisenkonstruktionen,

Walter Deckers : gesamte Elektroinstallation  und

Josef Stahlmecke : praktische Arbeiten

Heinz Holtwick : Gestellung von Kompressoren mit Fahrer

 

Nach Einholung einer vorläufigen Baugenehmigung und mit Einverständnis der Grundstückseigentümerin Frau Christine Scholten begannen bereits im Januar 1972 die Bauarbeiten. So wie die Wetterlage es zu ließ wurde gearbeitet. Nach nur 6 Monatiger Bauzeit konnte bereits am 10. Juni 1972  Richtfest gefeiert werden. Der Innenausbau zog sich noch bis November hin, aber dann konnten wir die Einweihung des Heimes feiern. Jetzt, so glaubten wir,  am Ziel unserer Wünsche zu sein.

                                                                                                                                           

Aber schon bei der Einweihung stellten wir fest, wir können keine Tasse Kaffee kochen. Diese Möglichkeit hatten wir bei aller Euphorie nicht bedacht. Also  einmal in Aktion,  begannen wir mit der Planung eines entsprechenden Raumes  und setzten diese Planung sofort in die Tat um. Im Sommer 1973 konnten wir  die Küche einweihen. Jetzt aber, so glaubten wir erneut, endgültig am Ziel  zu sein.

 

Aber nun meldeten sich die Schausteller mit dem Ersuchen, das Königschießen nicht mehr am Schützenheim, sondern auf dem Festplatz durchzuführen, damit das Publikum am Festplatz das König  Schießen verfolgen konnte. Das machte aber den Bau eines zusätzlichen Hochstandes auf dem Festplatz erforderlich. Auch das haben wir geschafft und konnten nun entspannt in die Zukunft schauen.

Josef Lange erkrankte schwer und gab in der Generalversammlung vom 12. Jan. 1980 aus gesundheitlichen Gründen das Präsidentenamt zurück. Josef Lange hat in seiner Amtszeit viel bewegt. Nicht nur die Bautätigkeiten gehen auf seine Initiative zurück, sondern er hat  den BSV  zu einem grundsoliden, disziplinierten  und unabhängigen Verein  gemacht.

Wir sagen ihm schlicht: Danke

 

Sein Nachfolger wurde Theo Bienen II. Theo Bienen standen als engerer Vorstand zur Seite:

Als erster Schriftführer:  Manfred Marciniak und als 1. Kass. Josef Stahlmecke

 

Josef Lange hatte Theo Bienen einen gut bestellten Verein hinterlassen. Sportlich aktiv, eine gute Jugendarbeit und einsatzfreudige Mitglieder.

Dazu gepflegte Räumlichkeiten für Sport und Geselligkeit.

Aber unser 125 jähriges Jubiläum stand bevor. Josef Lange und der Vorstand waren bei den Vorbereitungen stark involviert. Organisationstalent war gefragt. Wurde doch neben unserem Schützenfest das Jubiläum gefeiert und gleichzeitig das Kreiskönigschießen auf unserer Anlage durchgeführt. Von  28 Vereinen des Kreises Dinslaken waren 27 angetreten. Über 900 Schützen nahmen am Festzug teil. Ein großartiger Tag für die Walsumer Bevölkerung. Der kleine, noch junge BSV, hatte seine Feuertaufe bestanden.

 

Aber schon nach kurzer Zeit kam Ungemach auf uns zu. Die Rheinauen sanken infolge Bergschäden ab und Drängewasser bedrohte unsere Schießbahn und auch das Schützenheim. Wir waren arg getroffen.  Theo Bienen nahm mit seinem engeren Vorstand  (Manfred Marciniak und Josef Stahlmecke) mit der Bergwerksgesellschaft Verbindung auf um zu klären, was im Falle eines eklatanten Wasserschadens geschehen soll. Die Markscheiderei versprach umfassende Hilfe. Es muss vorher allerdings geklärt sein,  wie der Wasserstand in den Rheinauen geregelt werden kann.  Nach dem die Bergwerksgesellschaft dieses Problem gelöst hatte wurde das Schützenheim, wie versprochen, von der Bergwerksgesellschaft großzügig saniert. Die Arbeiten nahmen fast 4 Monate in Anspruch. Nach Fertigstellung der Sanierungsarbeiten aber erstrahlte das Heim  wieder  im bisherigen Glanz Schützenvereine waren bisher reine Männersache. Frauen als Mitglieder waren unbekannt und satzungsgemäß auch nicht zugelassen. Das haben unsere Frauen geändert. Sie wollten nicht nur beim Feiern dabei sein sondern schlicht und einfach sich auch sportlich betätigen. Um dieses  aber zu ermöglichen, musste eine Satzungsänderung vorgenommen werden dergestalt, dass Frauen gleichberechtigte Mitglieder mit allen Rechten und Pflichten wurden.  20 Frauen bewarben sich anschließend um Aufnahme und wurden Mitglieder. Schon nach kurzer Zeit bildeten sich 2 Mannschaften, die mit gutem Erfolg an Rundenwettkämpfen sowie an Kreis- und Bezirksmeisterschaften teilnahmen. Wir müssen zu geben, dass es eine sehr gute Entscheidung war,  Frauen aufzunehmen. Denn mit Geschick, gesunden Ideen und Selbstbewusstsein haben sie so manches durchgesetzt und auch zum Wohle des Vereines verändert. In Jahre 2005 feierte die Frauenabteilung ihr 20 jähriges Jubiläum.

Theo Bienen konnte aus beruflichen Gründen die Präsidentschaft im BSV nicht länger ausüben. In der Generalversammlung im Monat Januar 1995   gab Theo Bienen sein Amt ab.

 

Auch Theo Bienen hat im Sinne seiner Vorgänger  den Verein geleitet und während seiner Amtsführung das weiter geführt, was die beiden Präsidenten vor ihm angestoßen hatten. Obwohl der Publikumserfolg sehr stark zurückgegangen war und Zeltfeste nicht mehr gefragt waren, hat er das Beste aus der Situation gemacht und hat unermüdlich für das Schützenwesen geworben.   

Auch ihm ein herzliches Dankeschön für die geleistete Arbeit.

 

Zum Nachfolger wählten die Mitglieder auf der Generalversammlung im Januar 1995 Bernhard Ensink.  Auch auf Bernhard Ensink kam, wie  bei seinen Vorgängern, einiges an Arbeit zu. Die Mitgliederzahl,  inzwischen auf über 200 angewachsen, dazu eine aktive Jugendabteilung mit 45 Jugendlichen  und eine starke Damenabteilung, erfordern eine umfassende Regelung des Trainingsbetriebes sowie der gesamten Vereinsführung.

Zur Zeit sind sportlich aktiv:

1.  Luftgewehr frei stehend             1  Mannschaft

2.  Luftgewehr aufgelegt                 3  Mannschaften

3.  Luftgewehr aufgelegt Damen     1  Mannschaft

4.  Luftpistolenmannschaften          2 Mannschaften

5.  Jugendmannschaften

 

Denen stehen zur Verfügung:

5 Luftgewehr-,  3 Pistolen-  und 2 KK-Stände 50 m.

 

Das Schützenheim ist inzwischen Zentrum des Vereinslebens geworden. So finden  im Laufe des Jahres   vielfältige Veranstaltungen statt, die die umfangreiche Nutzung des Heimes bestätigen.

 

Der bittere  Kelch, ebenfalls Bauarbeiten auszuführen zu müssen, ging auch an Bernhard Ensink nicht vorbei. So muss er das Problem des Schmutzwasserabflusses aus dem Schützenheim lösen. Eine umfassende, kostspielige und auch schwierige Aufgabe, denn die Abwässer müssen zur Kaiserstr. hoch gepumpt werden. Entsprechend hoch sind die behördlichen Auflagen. Mit Schwung, Elan und Einsatz versucht er sein Ziel zu erreichen mit Unterstützung des Schützenbruders Heinz Schetter..

 

In dieser schwierigen Phase fällt auch unser 150 jähriges Jubiläum.

Das 100 jährige Bestehen konnten wir wegen der widrigen Zeitumstände nicht feiern. Das 125 jährige 1981 war unsere erste Großveranstaltung und jetzt zum 150 jährigem Bestehen wollen wir der Bevölkerung ein umfassendes Erlebnis bieten. Zu diesem Fest haben wir eine durch Funk und Fernsehen bekannte Musikgruppe

Die  Klostertaler

verpflichtet, die das Jubiläum zu einem unvergesslichen Ereignis werden lassen sollen. Auch werden wir in diesem Jahr wieder das Kreiskönigschießen des Schützenkreises 012 Dinslaken ausrichten.

 

          Auch wir selbst sehen voller Erwartung auf das  Jahr 2006.